Wobbler bei den Deutschen Doggen

ein immer größer werdendes Problem

Wobbler haben einen sehr unkontrollierten Gang, wenig Muskulatur auf der Hinterhand und in engen Kurven schlingern die Hinterbeine. Es kann sogar soweit geschehen, dass die gesamte HInterhand gänzlichen einknickt. Bei genauerem Hinsehen fällt einem gutem Beobachter auf, das auch die Vorhand nicht 100% gradlinig verläuft. Im fortgeschrittenen Stadium haben sie kaum bis gar keine Konrolle mehr über die Hinterhand. An den Hinterbeinen fällt es dem ungeschulten Beobachter am leichtesten auf, aber auch die Vordergliedmaßen sind davon betroffen. Je nach Schweregrad kann auch ein Laie den Wobbler auf der Vorhand beobachten. Wobbler gibt es in unterschiedlichen Schweregraden. Von man merkt bis ins hohe Alter nichts bis zum 8 Wochen alten Welpen der durch die Welt schlingert ist alles möglich.

Die Fotos zeigen einen schwarzen Hund, der an Wobbler erkrankt ist. Der Blaue zeigt den normalen Bewegungsablauf. Auffällig ist, dass sich meistens die Halslinie mit der Rückenlinie auf eine Ebene befindet. Die Vorhand holt die meiste Kraft zum Vorwärtskommen. Die Hinterhandgliedmaßen schlingern am Körper vorbei und verlaufen nicht parallel zu ihm.

Wer kann Wobbler bekommen

Häufig ist es bei größeren Rassen zu beobachten. Es werden im Netz von hauptsächlich Dobermännern, Rottweiler, Schäferhunde und Doggen geschrieben. Im Prinzip können es alle Rassen bekommen. Auch Kleinstrassen, es wird jedoch nicht so häufig bei diesen beobachtet, vielleicht aufgrund der Tatsache, dass es da nicht leicht zu erkennen ist... Wobbler tritt hauptsächlich ab dem ca. 4. Lebensmonat auf und dann ab dem 4. Lebensjahr wieder.

Ausprägung des Wobblers

Vom Kleinhirn ausgehend verläuft in der gesamten Wirbelsäule ein Nervenkanal. Dies ist der Hauptnervenkanal. Von diesem ausgehend gibt es viele Abzweigungen in die unterschiedlichen Körperregionen. So entsteht die Verbindung zwischen Hirn und Körpergliedmaß und zwischen diesen werden elektrische Impulse hin und her gesendet.
Wenn nun an irgendeiner Stelle des Nervenkanals eine Verengung ist, so können die Impulse nur wenig bishin zu überhaupt nicht in die entsprechende Körperregion ankommen. Umgekehrt ist können auch keine Impulse mehr versendet werden, z.B. Tastgefühle oder Schmerzen und das Gehirn erhält nicht diese wichtigen Informationen.
Wenn der Hund sich nun bewegen möchte, so werden Impulse "Bein nach vorne schwingen" nicht komplett an der Pfote an. Der Hund kann dieses Defizit bei einer normalen Geschwindigkeit gut kompensieren. Muss der Hund jedoch nun bei einer höheren Geschwindigkeit plötzlich seine Richtung ändern, so kann der Körper das nicht mehr kompensieren, da die Impulse schwach, zu langsam und unvollständig übertragen werden. Der Hund "fällt" meistens mit der Hinterhand auf den Popo, rappelt sich dann wieder auf und folgt der neuen Richtung.

Entstehung des Wobblers

Zum Einen gibt es in der Tat die Möglichkeit, dass ein Wobbler durch Verletzung (z.B. Verschiebung der Wirbel) entsteht. Dies ist jedoch sehr selten der Fall.
Der häufigere Grund eines Wobblers ist die Tatsache, dass sich die Knochen im Wachstum deformieren (ggf. zu schnellem Wachstum) Man konnte mehrere Ausprägungen beobachten: ganze deformierte Wirbelkörper, meistens der H6 und H7 oder Zackenbildungen auf diesen, die dann ihrerseits in den Nervenkanal hereinragen. Es ist bislang noch nicht geklärt, woher die Zackenbildung kommt. Zum Einen wird eine genetische Disposition vermutet, zum Anderen eine zu höhe Calciumfütterung. Ein weiterer Zusammenhang wird durch zu wenig oder falsche Bewegung im Wachstum vermutet. Aber das ist reine Spekulation.

Wie stellt man Wobbler fest

Beobachtet man die Wobbler-Sympthome so sollte erst einmal ein Röntgenbild der Halswirbelsäule gemacht werden. Anhand dieses kann man Deformationen, Verschiebungen oder Zackenbildungen erkennen. Zur Sicherheit und entgültigen Klärung ist ein CT, dort kann der Nervenkanal direkt angeschaut werden, ob sich dort Verengungen befinden beurteilt werden.

Bei einem Vortrag in der Universität Utrecht (NL) habe ich erfahren, dass es OP Möglichkeiten für den Wobbler existieren. Ob es anzuraten ist, muss jeder Besitzer für sich selbst entscheiden. Nach der OP wird der Hund nur noch mäßig laufen und spielen dürfen, damit die Schrauben im Hals fest bleiben. Eine alleinige Heilung gibt es nicht.